Wölfersheimer Energiemuseum

Wölfersheim

Gemeinde Wölfersheim
Hauptstraße 60
61200 Wölfersheim
T 6036 9737 -0
F 6036 9737 -37 
rathaus(at)woelfersheim.de
www.woelfersheim.de

Die Gemeinde Wölfersheim verfügt über eine moderne Infrastruktur mit guten Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, mit Kindergärten, Schulen und Spielplätzen sowie mit Bürgerhäusern, Sportanlagen und Naherholungseinrichtungen.

Die fünf ehemals selbständigen Ortschaften Wölfersheim, Södel, Melbach, Wohnbach und Berstadt haben sich Anfang der siebziger Jahre zu einer Gemeinde mit derzeit rund 10.000 Einwohnern zusammengeschlossen, davon leben 5.600 im zusammengewachsenen Siedlungsschwerpunkt Wölfersheim/Södel.

Wölfersheim, der größte Ortsteil der gleichnamigen Gemeinde wurde erstmals im Jahre 1128 erwähnt. Nach der Vollendung der Ortsbefestigung im Jahre 1408 bekam Wölfersheim unter der Regierung des letzten Falkensteiners, Werner von Falkenstein, die Stadtrechte und wurde somit zur Minderstadt. Zwar ist keine Entwicklung zur wirklichen Stadt erfolgt aber Wölfersheim wurde nun als Marktflecken, Befestigung, Oppidum oder „Schloss“ bezeichnet. Die Ringmauer um den heutigen Wölfersheimer Ortskern war 794 m lang und hatte vier Wehrtürme, nämlich den Weißen Turm, den Schwarzen Turm, den heutigen Kirchturm und den Narrenturm. Letzterer ist heute ein Turmstumpf und von einer Scheune auf einem Privatgrundstück umgeben, also nicht mehr von außen sichtbar. Es werden noch weitere Wehrtürme vermutet, jedoch ist die Existenz nicht nachweisbar. Umgeben von der Mauer war Wölfersheim damals vier Hektar groß. Die gute Erhaltung der Wehrtürme lässt sich wohl aus der weiteren Nutzung begründen. Der Schwarze Turm wurde erst als Glockenturm für die Antoniuskapelle mitbenutzt, und wurde gleichzeitig bis heute ein Wohnturm. Der Weiße Turm wurde erst als Gefängnis, später als Armenhaus weiterverwendet. Einen anderen Wehrturm verwendete man als Glockenturm für die Evangelisch-reformierte Kirche weiter.

Lange Jahre war Wölfersheim und das Umland geprägt vom Braunkohlebergbau durch die PreussenElektra. Rund um Wölfersheim wurde in Tiefbaubetrieben und später auch im Tagebau Braunkohle gewonnen und im Kraftwerk Wölfersheim, welches lange Jahre das Wahrzeichen von Wölfersheim war, verarbeitet. 1804 entstand das erste Bergwerk, das das Vorkommen an Braunkohle, das sich über ein Gebiet von ca. 15 km erstreckte, im Tiefbau ausbeutete. Zunächst wurde Heizmaterial gewonnen. 1913 errichtete der hessische Staat ein Kraftwerk, um aus der Braunkohle Strom zu erzeugen. 1929 wurde es von der Preussenelektra übernommen, die ein Schwelkraftwerk errichtete. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es von einem Blockkraftwerk abgelöst. Anfang der 60er Jahre ging man zum Tagebau über. 1991 wurde die letzte Braunkohle verheizt, das Kraftwerk stillgelegt und später abgerissen. Heute zeugen noch Reste der Kühlanlage im Wölfersheimer See von dieser Zeit. Am Wölfersheimer Bahnhof sind sowohl ein Kohlezug, als auch ein Aschezug als Museumsstücke aufgestellt.

Gegenüber dem Bahnhof wurde 2006 im ehemaligen Umspannwerk das Bergbaumuseum Wölfersheim eröffnet, welches Sonntags von 15–18 Uhr geöffnet ist und den Besuchern einen Einblick in die Geschichte des Wölfersheimer Bergbaues gibt. Mit dem Wegfall des Bergbaus stand die Gemeinde vor einer Herausforderung. Zahlreiche Arbeitsplätze fielen weg und Flächen lagen brach. Dem wurde mit der Erschließung eines Gewerbegebietes entgegen gewirkt. Auf dem ehemaligen Kraftwerksgelände entstand so ein Gewerbepark mit vielseitigem Brachenmix. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf die Integration bestehender Gebäude gelegt. In einer ehemaligen Werkstatt finden heute kulturelle Veranstaltungen statt, aus einem Bürogebäude wurde ein Servicecenter, das jungen Unternehmen platz bietet, und in einem ehemaligen Magazin werden heute Hochleistungsscanner hergestellt.